Atomunfall in Japan:
Jod nicht ohne behördliche Anweisung einnehmen
Nach dem Atomunfall in Japan sollten deutsche Bundesbürger so genannte Jodtabletten - wenn überhaupt - nur nach ausdrücklicher behördlicher Aufforderung einnehmen."Als Apotheker rate ich davon ab, Jodtabletten auf eigene Faus einzunehmen", sagt Uwe Hansmann, stellvertretender Vorsitzender des Landesapothekerverbanders Niedersachsen e.V.. Für die Blockade der Aufnahme radioaktiven Jods reicht im Regelfall eine einmalige Einnahme von Kaliumiodid als Notfallmedikament ( Jodblockade ). Erwachsene über 45 Jahren sollten grundsätzlich keine hochdosierten Jodtabletten einnehmen, da diese das Risiko für schwerwiegende Schilddrüsenerkrankungen erhöhen. Auch wer zum Beispiel auf Jod überempfindlich reagiert (Jodallergie) oder eine Schilddrüsenüberfunktion hat, sollte auf die prophylaktische Jodeinnahme verzichten.Der Katastrophenschutz ist Aufgabe der Bundesländer. Auch die Bevorratung mit Kaliumiodid und seine Ausgabe an die Bevölkerung werden von den Bundesländern geregelt. Als Vorsorgemaßnahme kann es nach einem Atomunfall an die Bevölkerung ausgegeben werden. Eingenommen werden sollten die Tabletten nur nach ausdrücklicher Aufforderung durch die Behörden. Die Dosierung richtet sich nach dem Alter.
Bei einem atomaren Unfall wird radioaktives Jod freigesetzt. Dieses wird vom Körper über die Luft, über Nahrung und Getränke oder über die Haut aufgenommen. Es reichert sich in der Schilddrüse an und kann dort zu Organschäden führen. Die Schilddrüse regelt selbst, wie viel Jod sie aufnimmt. Dabei wird nicht unterschieden zwischen radioaktiven oder stabilem, nicht-radioaktiven Jod. Eine mit Jod gesättigte Schilddrüse wird weniger oder kein radioaktives Jod aufnehmen. Deshalb kann durch die Einnahme von Jodtabletten die Speicherung von radioaktivem Jod verhindert werden. Der Schutz ist am wirksamsten, wenn die Jodtabletten praktisch gleichzeitig mit dem Einatmen des radioaktiven Jods eingenommen werden. Jodtabletten schützen aber nicht vor anderen radioaktiven Stoffen.
Diabetes: Therapietreue rauf, Versorgungskosten runter
Ein Drittel der Diabetiker setzt im ersten Behandlungsjahr nur unzureichend das mit dem Arzt vereinbarte Behandlungskonzept um. Diabetiker mit geringer Therapietreue erleben mehr Komplikationen und beanspruchen mehr
Ressourcen des Gesundheitssystems, etwa durch vermeidbare Krankenhauseinweisungen oder häufigere Arztbesuche. Eine Steigerung der Therapietreue um 10 Prozent reduziert die Versorgungskosten bei Typ-2-Diabetikern
um mindestens 8,6 Prozent. Apotheker können einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Therapietreue leisten , so Professor Dr. Martin Schulz, Geschäftsführer Pharmazie des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts e.V. (DAPI).
Die Therapietreue verbessert sich, wenn Arzt, Apotheker und Patient eng zusammenarbeiten. Je häufiger Medikamente und je mehr Wirkstoffe eingenommen werden, desto schlechter ist die Therapietreue. Sie wird grundsätzlich besser, wenn so
wenig Präparate und Dosen pro Tag eingesetzt werden wie möglich. Verordnet der Arzt mehrere Wirkstoffe, steigern fixe Kombinationspräparate die Therapietreue. Gleiches gilt, wenn das Präparat nicht geändert wird, etwa wegen wechselnder Rabattverträge.
Schulz: Ideal wäre einmal täglich eine einzige, immer gleiche Tablette. Aber dieser Wunsch ist nicht immer realistisch. Wird der Patient aktiv in das Behandlungskonzept einbezogen und seine individuellen Präferenzen berücksichtigt, verbessert dies
ebenfalls die Therapietreue. Vor allem bei älteren Patienten birgt die Einnahme vieler verschiedener Medikamente ein hohes Risiko an Neben- und Wechselwirkungen. Spezialisierte Apotheker bieten Diabetikern dazu umfassende Beratungen an.
In Industrienationen beträgt die Therapietreue (Compliance/Adhärenz) bei Langzeittherapien in der Allgemeinbevölkerung im Mittel nur etwa 50 Prozent. Für alle Erkrankungen betrachtet, ist mangelnde Therapietreue für 4 bis 13 Prozent der
Krankheitskosten verantwortlich. 6,5 Prozent aller Krankenhauseinweisungen stehen mit ihr in Zusammenhang.
Internationaler Fortbildungskongress Pharmacon
Bei anhaltenden Gelenkbeschwerden umgehend zum Arzt
Bei Gelenkschmerzen, die länger als sechs Wochen anhalten, besteht der Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung. „Statt über Wochen oder Monate immer wieder rezeptfreie Schmerzmittel einzunehmen, sollten Patienten bei anhaltenden Schmerzen umgehend einen Arzt aufsuchen“, rät Apothekerin Doris Gresselmeyer während der Pharmacon, einem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer (BAK). „Rezeptfrei heißt nicht harmlos: Wenn der Apotheker bemerkt, dass ein Patient immer wieder Schmerzmittel braucht, wird er ihn darauf ansprechen“, so BAK-Präsidentin Erika Fink. Grundsätzlich sollten rezeptfreie Schmerzmittel ohne die Empfehlung des Arztes nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht häufiger als an zehn Tagen pro Monat eingenommen werden. Unter den Sammelbegriff „Rheuma“ fallen verschiedene Erkrankungen. Die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung ist die Rheumatoide Arthritis.
Etwa 0,5 bis 1 Prozent der Bundesbürger sind betroffen, zwei Drittel davon sind Frauen. Anzeichen für eine
Rheumatoide Arthritis sind unter anderem geschwollene oder schmerzhafte Gelenke und Morgensteifigkeit, die länger als eine Stunde anhält. Diese Erkrankung beginnt oft mit Schmerzen der kleinen Gelenke, zum Beispiel wenn die Hände bewegt werden.
Später schmerzen auch große Gelenke, wie die Hüft- oder Kniegelenke, in Ruhe. Unbehandelt führt die entzündliche Erkrankung zu Gelenkdeformationen und Funktionsverlusten, etwa dass sich Patienten nicht mehr alleine Strümpfe anziehen
können. Je schneller erkrankte Patienten mit einer adäquaten Therapie beginnen, desto besser. Gresselmeyer: „Wer zu lange wartet, riskiert dauerhafte Gelenkschäden. Die
beste Prognose haben Patienten, wenn die Rheumatoide Arthritis bereits nach drei bis vier Monaten behandelt wird in der Realität ist es heute mehr als ein Jahr.“ Neben
Schmerzmitteln und Kortison-ähnlichen Medikamenten werden gegen rheumatische Erkrankungen zum Beispiel Basistherapeutika eingesetzt, die den Krankheitsverlauf
langfristig beeinflussen.
Ausbildungsplatz Apotheke: Mehr als 10.000 Jobs für junge Menschen
Mehr als 10.000 junge Menschen erlernen derzeit Berufe in den Apotheken. Das berechnete die ABDA Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Demnach werden genau 10.087 Jugendliche und junge Erwachsene in den 21.548 Apotheken im Bundesgebiet ausgebildet (Stand: Ende 2009). Ein Jahr zuvor waren es noch 9.846 Auszubildende und Praktikanten gewesen. Somit ist trotz sinkender Apothekenzahl sowohl die Zahl aller Beschäftigten als auch die Zahl der jungen Beschäftigten binnen Jahresfrist gestiegen. ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf: „Es ist natürlich gut, dass die sinkende Apothekenzahl nicht zu einem Abbau bei den Ausbildungsplätzen geführt hat.“ Mit Blick auf steigende personelle Anforderungen investieren die Apotheken damit auch in Krisenzeiten weiterhin in die Zukunft ihres Berufsstandes. Unter den 10.087 Jugendlichen sind 1.287 Pharmazeuten im Praktikum, 2.645 PTAPraktikant/ innen und 6.155 PKA-Auszubildende. Wer Apotheker/in werden will, muss zunächst
ein vierjähriges Universitätsstudium der Pharmazie und anschließend ein einjähriges Praktikum erfolgreich abschließen. Pharmazeutisch-Technische
Assistent/innen (PTA) besuchen zwei Jahre lang eine Fachschule, bevor sie ein halbes Jahr praktische Erfahrungen in der Apotheke sammeln. Um Pharmazeutisch-
Kaufmännische/r Angestellte/r (PKA) zu werden, durchläuft man eine duale Ausbildung, die drei Jahre dauert und parallel in Berufsschule und Apotheke absolviert wird.
Bei Fußball-Übertragung auf Warnzeichen für Herzinfarkt achten
Spielt die deutsche Fußballnationalmannschaft, steigt das Risiko für Herzinfarkte deutlich an. Das zeigt eine Studie während der
Fußball-Weltmeisterschaft 2006: An Spieltagen der deutschen Mannschaft wurde fast dreimal so häufig ein Notarzt gerufen wegen des Verdachts
auf einen akuten Herzinfarkt. „Unrealistisch wäre es, von einem Herzkranken zu verlangen, auf das Spiel zu verzichten.
Aber achten Sie auf Ihr Herz“, so Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer: „Bei den ersten Anzeichen eines möglichen
Herzinfarkts sofort den Notarzt unter 112 rufen.“ Ein Herzinfarkt äußert sich bei Männern meist anders als bei Frauen, zudem sind
Männer häufiger betroffen. Wichtige Alarmzeichen sind bei Männern meist schwere, länger anhaltende Schmerzen im Brustkorb, die in
andere Körperregionen ausstrahlen können. Hinzu kommt ein Engegefühl, Schmerzen beim Luftholen, Übelkeit oder Erbrechen.
Den Betroffenen bricht kalter Schweiß aus.Bei Frauen zeigt sich ein Herzinfarkt meist durch Luftnot, Übelkeit und Schmerzen im Oberbauch.
Patienten mit Herzerkrankungen sollten gerade während der Fußball-Weltmeisterschaft ihre Herzmedikamente sehr regelmäßig einnehmen und ggf. mit ihrem Arzt über eine
Therapieanpassung sprechen. Darauf weist das Wissenschaftliche Institut für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG) in einem aktuellen Informationsblatt hin. Bei
emotional aufwühlenden Erlebnissen, ob positiv oder negativ, schüttet der Körper große Mengen an Stresshormonen aus, die Herzrhythmusstörungen oder einen Herzinfarkt
auslösen können. Die Spannung und damit das Risiko für einen Herzinfarkt sind besonders groß in Finalrunden oder beim Elfmeterschießen.
Tag der Organspende
Organspendeausweise liegen in vielen Apotheken bereit
Die Apotheker unterstützen den morgigen Tag der Organspende, der unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.“ steht. „Zu wenige Menschen haben einen Organspendeausweis, es müssen deutlich mehr werden“, sagt Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer. „Wer sich für einen Organspendeausweis interessiert, kann sich darüber auch in der Apotheke informieren. “Viele der 21.500 Apotheken in Deutschland halten Organspendeausweise bereit. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kann man im Organspendeausweis das Einverständnis zur Organ- und Gewebespende generell erteilen oder man kann es auf bestimmte Organe oder Gewebe einschränken. Dabei muss niemand fürchten, sich für immer festzulegen. Wer seine Meinung zur Organ- und Gewebespende ändert, muss lediglich die alte Erklärung vernichten. Auf dem neuen Ausweis kann man dann seine geänderte Entscheidung festhalten. Außerdem ist es sinnvoll, die Angehörigen über den geänderten Entschluss zu informieren. Laut BZgA ist
es sinnvoll, den Organspendeausweis bei den Personalpapieren mit sich zu führen, da bei einem Unfall dort zuerst nachgeschaut wird, um die Angehörigen verständigen zu können. Man kann den Ausweis aber auch bei einer Vertrauensperson hinterlegen. Diese Pressemitteilung und weitere Informationen finden Sie auch unter www.abda.de, www.bzga.de und www.organspende-info.de


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