Gespräch mit Apotheker erleichtert Rauchstopp
Ihr Arzt oder Apotheker kann Ihnen dabei helfen, das Rauchen aufzugeben“ – so lautet einer der Warnhinweise auf Zigarettenpackungen. Jeder dritte Raucher versucht mindestens einmal im Jahr, mit dem Rauchen aufzuhören. Bereits ein kurzes Beratungsgespräch des Apothekers kann den Erfolg eines Abstinenzversuchs steigern. „Der bloße Vorsatz, nicht mehr zu rauchen, reicht leider nicht immer. Ich fordere jeden Raucher auf: Nutzen Sie das vielfältige Angebot der Apotheker – für Ihre Gesundheit“, so Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer. Neben einer Beratung bieten Apotheken Informationsmaterial und teilweise auch Seminare an. Patienten nehmen das Beratungsangebot der Apotheken verstärkt wahr, so eine Studie des WIPIG (Wissenschaftliches Institut für Prävention im Gesundheitswesen) aus dem Jahr 2008. Am häufigsten fragten Apothekenkunden dabei nach Nicotinkaugummis und -pflastern. Fink: „Aber nicht für jeden Raucher ist jedes dieser rezeptfreien Medikamente empfehlenswert. Fragen Sie nach einer individuellen Beratung." Nikotin-Ersatzmittel werden normalerweise nur in den ersten Wochen und Monaten empfohlen. Diese Arzneimittel unterdrücken die körperlichen Entzugssymptome. Schnell
setzt die Nikotinwirkung bei Kaugummis und Lutschtabletten ein. Ihre Wirkung hält nur kurze Zeit an. Sie werden angewendet, wenn das Verlangen nach einer Zigarette sehr groß ist. Ihre Dosis wird nach und nach verringert, bis das Verlangen nach Nikotin nach einigen Wochen ganz verschwunden ist. Pflaster sind eher für starke Raucher geeignet. Sie geben das Nikotin nach und nach durch die Haut ins Blut ab. Die Stärke der Pflaster wird im Lauf der Zeit reduziert. Wer ein Entwöhnungsmittel anwendet, sollte nicht zusätzlich rauchen, denn dies könnte zu einer Überdosierung von Nikotin führen. Daneben gibt es weitere, verschreibungspflichtige Nikotinentwöhnungsmittel.

Klarstellung: Apotheken zahlen Gewerbesteuer und würden nicht von Mehrwertsteuersenkung profitieren
Angesichts missverständlicher Medienberichte stellt der Deutsche Apothekerverband (DAV) klar, dass die Apotheken selbstverständlich Gewerbesteuer zahlen und von einer möglichen Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel nicht profitieren würden. „Fakt ist, dass Apotheker zwar Freiberufler sind, aber dennoch als Betreiber einer Apotheke Gewerbesteuer zahlen müssen und somit ihren Beitrag zur Stabilisierung der kommunalen Finanzen leisten“, sagt DAVVorsitzender Fritz Becker: „Wenn der Mehrwertsteuersatz für Arzneimittel von 19 auf 7 Prozent sinken würde, wären die Kassen und Patienten finanziell entlastet. In den Apotheken wird die Umsatzsteuer aber mit der Vorsteuer verrechnet und ist deshalb nur ein durchlaufender Posten.“ Die neuesten verfügbaren Zahlen des Statistischen Bundesamtes weisen für die Apotheken auf ein Gewerbesteueraufkommen in Höhe von 318 Mio. Euro für das Jahr 2004 hin. Für das Jahr 2008 schätzt der DAV die Gewerbesteuerlast auf 316 Mio. Euro. Pro Apotheke ergibt sich somit eine rechnerische Gewerbesteuersumme von 14.600 Euro. Die Gewerbesteuer wird von den Gemeinden auf den Ertrag eines Gewerbebetriebes erhoben. Mittels eines örtlichen Hebesatzes können die Gemeinden das Aufkommen beeinflussen. Freiberufler – außer Apotheker – sind von der Gewerbesteuer befreit. Die gesetzlichen Krankenkassen haben im Jahr 2009 etwa 4,5 Mrd. Euro für die Mehrwertsteuer auf verordnete Arzneimittel ausgegeben und somit an den Finanzminister gezahlt. Das ist mehr Geld, als die Kassen für die Leistungen der 21.500 Apotheken mit ihren 147.000 Beschäftigten ausgeben (ca. 4,2 Mrd. Euro). Die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel beträgt in Deutschland 19 Prozent. Krankenkassen, Patientenverbände und Apotheker fordern bereits seit langem, den ermäßigten Steuersatz in Höhe von 7 Prozent – analog zu vielen anderen Ländern – anzuwenden.

Effiziente Arzneimittelversorgung: Apothekendichte in Deutschland unter EU-Schnitt
Die Apothekendichte in Deutschland bleibt konstant und sichert somit die gesetzlich geforderte Arzneimittelversorgung der Bevölkerung ab. Mit 3.806 Einwohnern pro Apotheke entspricht der Wert von Ende 2009 genau dem Vorjahreswert, obwohl die Zahl der Apotheken von 21.602 auf 21.548 leicht gesunken ist. Zugleich hat sich jedoch auch die Einwohnerzahl der Bundesrepublik geringfügig verringert. Europaweit liegt Deutschlands Apothekendichte im Mittelfeld, innerhalb der EU kommen auf eine Apotheke rund 3.300 Einwohner. Das weist die ABDA  Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in ihrer aktualisierten Broschüre  Die Apotheke: Zahlen, Daten, Fakten 2009 aus. Heinz-Günter Wolf, Präsident der ABDA  Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände:  Auch im europäischen Vergleich werden die Stärken des deutschen Systems deutlich. Die Arzneimittelversorgung von täglich rund 4,1 Millionen Patienten und Kunden durch die unabhängigen Apotheken ist ebenso effizient wie hochwertig. Allerdings sind die Zahlen von Land zu Land sehr unterschiedlich. Im Vergleich der 25 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (ohne Bulgarien und Rumänien) liegt Deutschland mit seiner Apothekendichte von rund 3.800 auf Platz 13. Die geringste Apothekendichte hat Dänemark mit 16.800, die höchste besitzt Griechenland mit 1.200 Einwohnern/Apotheke. Einige große EU-Staaten wie Polen (3.500), Italien (3.300), Frankreich (2.700) oder Spanien (2.100) haben mehr Apotheken pro Einwohner als die Bundesrepublik. Die Unterschiede können u.a. historisch, demografisch, geografisch, volkswirtschaftlich, verbraucherschutzrechtlich oder gesundheitspolitisch bedingt sein. Die Apothekendichte spielt auch für die Notfallversorgung von Patienten mit Arzneimitteln eine wichtige Rolle. Gemäß den Planungen der Landesapothekerkammern leisten jede Nacht sowie sonn- und feiertags etwa 2.000 Apotheken Nacht- und Notdienst. Mehr als 20.000 Patienten werden täglich im Notdienst zuverlässig versorgt. Besonders viele Kinder (und ihre Eltern) profitieren davon, dass die ausgestellten Rezepte sofort beliefert werden können.